Gebet
Berufung
Gemeinschaft
Gelübde
Arbeit
Lectio
Stille
Mission

Gebet

Gebetszeiten

 

  • 5.30 Uhr Vigil (sonntags: 6.20 Uhr)
  • 6.00 Uhr Laudes (sonntags: 7.00 Uhr)
  • 7.30 Uhr Messe (sonntags: 8.30 Uhr)
  • 11.45 Uhr Mittagsgebet
  • 17.30 Uhr Vesper
  • 19.45 Uhr Komplet
 

Hinweise zum Gebet

Das Chorgebet der Schwestern findet immer in der Klosterkirche statt. Die Gebete sind öffentlich und jeder ist eingeladen einzutreten, zuzuhören und mitzubeten.

Die Hymnen und Antiphonen werden in ihren seit Jahrhunderten überlieferten lateinischen Fassungen gesungen, die Psalmen werden in der neuen Einheitsübersetzung von 2018 gebetet.

Es liegen Hefte und Bücher für Besucher aus, sodass man mitlesen und mitbeten kann, wenn man möchte.

Jeden ersten Freitag im Monat ist Herz-Jesus-Messe um 19.15 Uhr mit anschließender eucharistischer Anbetung in der Gertrudkapelle.
 
An jeweils einem Mittwoch pro Monat ist die Messe um 9.00 Uhr gemeinsam mit der Pfarrei St. Gertrud, Eisleben.

 

Anbetung

Jeden Freitag ist in der Gertrudkapelle von

8.15 Uhr bis 17.00 Uhr

eucharistische Anbetung.

 

Gebetsanliegen
Gerne können Sie uns Ihre Gebetsanliegen mitteilen. Wir tragen diese im Gebet vor den Altar Gottes und legen in Ihren Anliegen Fürsprache ein.

Bedenken wir also, dass wir beim Gebet vor dem Angesicht Gottes stehen und beten wir so, dass Herz und Stimme in Einklang sind.

vgl. RB 19,6-7

Gemeinschaft

klösterliches Leben ist gemeinschaftliches Leben

Siehe, wie gut und wie schön ist es,
wenn Schwestern miteinander
in Eintracht wohnen.

(nach Psalm 133)

Papst Benedikt XVI. formulierte ganz prägnant: „Wer glaubt ist nie allein.“ Dies gilt insbesondere für die Gläubigen, die sich zum Ordensleben entschließen. Die gemeinsamen Gebetszeiten mit den gemeinsam gesungenen Hymnen und Psalmen sind  die Grundpfeiler des klösterlichen Lebens und sie machen deutlich, dass die Mitte jeder klösterlichen Gemeinschaft Jesus Christus ist.

Der gemeinsame Gottesdienst findet in den gemeinsamen Mahlzeiten in gewisser Weise seine Fortführung.

Neben diesen formaleren Zusammenkünften gibt es auch das ungezwungene Miteinander-Zeit-Verbringen, das tieferen Austausch und besseres Kennenlernen ermöglicht.

Friedensgruß bei einem Professjubliäum

Gemeinsam leben ist...

... erfüllender

Ordensleute führen kein bürgerliches Leben. Sie heiraten nicht und bekommen keine Kinder. In gewisser Weise ist die klösterliche Gemeinschaft ihre Familie, denn wie schon im ersten Buch der Bibel steht, ist es nicht gut, dass der Mensch alleine ist. In der Gemeinschaft ist man füreinander da. Die Schwestern beten gemeinsam, sie essen gemeinsam und sie verbringen Zeiten des Austauschs miteinander.

... nachhaltiger

Das gemeinschaftliche Leben ist darüber hinaus ressourcenschonender als eine entsprechende Anzahl von Single-Haushalten. Egal ob Heizen, Kochen, Waschen oder Einkaufen – es spart Energie, Kosten und Zeit, wenn dies für alle zusammen statt für jeden einzelnen erledigt wird.

... herausfordernder

Ein allein lebender Mensch kann Konflikten in der Regel – zumindest nach Feierabend – sehr gut aus dem Weg gehen. Er kann mit seinen Eigenheiten immer schräger werden. Das Leben in der Gemeinschaft ist dagegen immer mit der Herausforderung verbunden zu lernen mit Konflikten umzugehen. Die Mitschwestern helfen dabei, dass sich die einzelne Schwester auch persönlich immer weiter entwickelt.

Sie sollen einander in gegenseitiger Achtung zuvorkommen. Ihre körperlichen und charakterlichen Schwächen sollen sie mit unerschöpflicher Geduld ertragen.

Regula Benedicti 72,4-5

Arbeit

Betriebe des Klosters Helfta

Josef - Schutzpatron der Arbeiter

Der Wert der Arbeit

Die Arbeit nimmt im Alltag der Schwestern einen großen Raum ein. Nicht zu Unrecht wird das benediktinische Ordensleben häufig mit den beiden Schlagwörtern „Ora et labora“ – Beten und Arbeiten – charakterisiert.

Dabei verstehen sich die Schwestern als Arbeiter im Weinberg des Herrn. Sie wirken am Aufbau Seines Reiches mit und stellen sich in den Dienst der Kirche und der Menschen.

Eine wichtige Rolle spielt hierbei immer auch der missionarische Charakter des Klosters Helfta als einem Ort, an dem Menschen, die auf der Suche sind, Gott begegnen können. Um diese Begegnung zu ermöglichen bieten die Schwestern Führungen und Gespräche an und eröffnen Räume der Besinnung und des persönlichen Wachstums.

 

Anfrage für eine Zeit der Mitarbeit (Kloster auf Zeit)
Sie brauchen eine Auszeit aus Ihrem normalen Alltag? Sie würden die Schwestern gerne bei Ihrer Arbeit unterstützen? Sie brauchen Zeit um eine wichtige Entscheidung zu treffen, oder Ihr Leben zu überdenken? Dann ist vielleicht eine Weile im Kloster Helfta mit einfacher Arbeit in Stille genau das Richtige für Sie!
Bitte beachten Sie, dass Ihre Anfrage eher den Charakter einer Bewerbung und weniger den einer Hotel-Buchung hat. Wir können leider nicht jede Anfrage positiv beantworten.

Sie sollen von ihrer Hände Arbeit leben.

vgl. Regula Benedicti 48,8

Stille

Stille Orte und Zeiten im Kloster

  • Kirche
  • Bibliothek
  • Refektorium (Esszimmer)
  • Flure und Gänge
  • die Nacht
  • während der Arbeit (soweit möglich)
 

Der Notwendigkeit der Stille

Stille ist in unserer heutigen Zeit ein echter Luxus geworden. Viele Menschen kennen es nicht mehr anders, als dass von morgens bis abends eine Geräuschkulisse die Ohren berieselt. Musik zu Hause, im Auto, in den Geschäften… manche können Stille gar nicht mehr aushalten.

Dabei wird immer offensichtlicher, dass der Mensch Stille braucht. Die dauernde Lärmbelästigung führt zu Dauerstress im Körper und kann richtig gehend krank machen.

In den Klöstern wurde die Stille stets als ein kostbares Gut geschätzt und gehütet. Die Schwestern bemühen sich um eine größtmögliche Stille während ihres Alltags – nicht nur, weil es in der Benediktsregel so vorgegeben wird – sondern auch weil sie spüren wie gut die Stille tut.

 

Die Stille eröffnet einen Raum für...

... Gotteserfahrungen

Lassen die äußeren Geräusche nach und lasse ich mich ein auf die Stille, so werde ich bereit für das Hören auf die leise Stimme Gottes. Ich werde wachsam und fähig Seine Gegenwart zu spüren.

... Selbstreflexion

In eindringlicher Weise werde ich in der Stille mit mir selbst und meinen Gedanken konfrontiert. Die Abwesenheit der äußeren Ablenkung lenkt meinen Fokus auf mich und gibt mir die Möglichkeit über mein Handeln, meine Ziele und meine Motivationen klar zu werden.

... Kreativität

Aus der Stille entspringen häufig ungeahnte kreative Ideen. Gedichte und Bilder, Projektideen und Visionen können auf der weißen Leinwand der Stille besonders gut hervortreten und mich in einem kreativen Flow versetzen.

Vor dir steht die leere Schale meiner Sehnsucht.

Gertrud von Helfta

Berufung

Voraussetzungen für einen Klostereintritt

 

  • volljährig
  • ledig
  • gefirmt
  • gesund
  • belastbar
 

Das Erkennen der eigenen Berufung

Wenn Sie sich fragen, ob Sie berufen sind, sind damit meist noch eine ganze Reihe weiterer Fragen verbunden: Woher weiß ich, ob ich berufen bin? Welcher Orden ist der Richtige für mich? Für welches Kloster soll ich mich entscheiden? Soll ich eher in eine große oder eine kleine Gemeinschaft? Besser ein alter Orden oder eine junge Gemeinschaft? Was will Gott von mir? Soll ich wirklich auf eine Familie, auf eine Partnerschaft verzichten? Wo finde ich Hilfe?

Die Antworten auf diese Fragen müssen Sie im Letzten natürlich selbst finden. Aber gerne bieten wir Ihnen unverbindlich eine Wegbegleitung an. Uns ist es wichtig, dass Sie Ihren Weg finden – egal wohin er Sie führt. Die Begleitung kann vor Ort mit Gesprächen in Helfta erfolgen oder ganz einfach per Email.

Die Schritte ins Kloster

Kandidatur

Wenn Sie sich entschließen in ein Kloster einzutreten, so markiert der Aufnahmeritus den Beginn der Kandidatur. In dieser Zeit lernen Sie das Kloster mit seinen Abläufen und Arbeitsbereichen und die Gemeinschaft kennen. Sie sind „mittendrin“ aber frei jederzeit wieder zu gehen.

Dauer: 1-2 Jahre

Noviziat

Mit der Einkleidung beginnt die Zeit des Noviziates. Als Novizin tragen Sie das Ordensgewand und sind somit für alle sichtbar Nonne. Sie übernehmen mehr Pflichten und Verantwortung als während der Kandidatur, sind aber weiterhin frei jederzeit zu gehen.

Dauer: 2 Jahre

Profess

Mit dem Ablegen der Profess binden Sie sich zunächst für eine bestimmte Zeit an das klösterliche Leben und an eine bestimmte Gemeinschaft. In der Regel wird die Profess zunächst für drei Jahre abgelegt. Danach kann Sie verlängert werden, bis man die endgültige Entscheidung trifft.

Dauer: zunächst für 3-6 Jahre
dann: auf Lebenszeit

„Bete viel und in der Still‘

wo der liebe Gott dich haben will.“

Sr. Ascelina Adam OCist.

Gelübde

Ganzhingabe

Mit dem Ablegen der Gelübde geht die Schwester eine besondere Bindung mit Gott ein. Sie schenkt IHM in einer radikalen Weise ihr Leben. Sie verspricht ihr Leben stets nach IHM auszurichten, Seinen Willen zu tun und IHN ohne Unterlasse zu suchen.

Ihr ganzes Leben wird zu einem Loblied auf den Herrn. Sich IHM so vollständig zu schenken, vermag nur ein Herz, das dem Herrn in großer Dankbarkeit und Liebe zugetan ist.

 

Die drei monastischen Gelübde

Gehorsam

Jeus Christus, dessen menschliches Leben ganz vom Gehorsam gegenüber seinem himmlischen Vater getragen war, hat mit seinem Gehorsam jedem Christen ein Beispiel gegeben. Dieser Gehorsam liegt in der Erforschung des Willens Gottes und seiner Entsprechung durch die Tat. Er ist ein Offensein für die Anregungen des Heiligen Geistes.

Hinzu kommt für Ordenschristen der Gehorsam gegenüber den Konstitutionen im Sinne der Ordensregel und der Oberen. In diesem Sinn hat der Gehorsam einen Aspekt der Unterordnung. Er bedeutet die Anerkennung der letzten Entscheidungsgewalt der Priorin.

Stabilität

Das Versprechen der Stabilitas bindet die Schwester an ein bestimmtes Kloster und damit an die konkrete dort lebende Gemeinschaft. Die einzelne Nonne stellt sich dieser – von der Priorin geleiteten – Gemeinschaft in Liebe, Treue und Bereitschaft zur Verfügung und erwartet von ihr Richtung, Schutz und Stütze auf dem Weg der Gottsuche.

Voraussetzung für eine tiefe Bindung an die Kommunität ist die Überzeugung, dass Gott diese gefügt hat und Christus in ihr in besonderer Weise gegenwärtig ist. Sie wird gestützt vom Vertrauen darauf, dass der Geist Gottes die Gemeinschaft führt.

Die Stabilität zum Kloster und zur Gemeinschaft soll zu einer immer tieferen Stabilität des Herzens und des Geistes führen.

monastischer Lebenswandel

Durch das Versprechen der Conversatio morum bekennt das Ordensmitglied die eigene Hinfälligkeit und verpflichtet sich zu einer immer neuen Hinwendung zu Christus.

Dieser ständigen mühevollen Bekehrung vom alten zum neuen Menschen dient das Klosterleben.

Teil des monastischen Lebenswandels ist die Einhaltung der evangelischen Räte – Armut, Keuschheit und Gehorsam.

In der Dynamik der ständigen Gottsuche liegt das eigentliche Tun der Schwestern. Sie sind auf einem Weg, der sie zur Herzensreinheit führen soll.

Nimm mich auf,  Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben;
lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern.

aus der Profess-Liturgie

Lectio

Lectio Divina

Die geistliche Lesung gehört wesentlich zum Gebetsleben. Sie soll stets das Gebet begleiten. In ihr begegnen wir dem Wort Gottes, in dem wir den Anspruch Gottes in unserem Leben erfahren.

Die Lectio Divina fördert den Fortschritt des persönlichen geistlichen Lebens und hilft dabei das eigene Leben immer mehr nach dem Willen Gottes zu formen.

Jede Schwester verwendet täglich wenigstens 20 Minuten für die geistliche Lesung.

 

 

Die Heilige Schrift soll nicht als Wort der Vergangenheit gelesen werden, sondern als lebendiges Wort, das sich an uns heute richtet und uns anspricht.

Papst Benedikt XVI.

Mission

Unsere Mission

 

  • da sein für die Menschen
  • Zeugnis ablegen für unseren Glauben
  • Kontaktflächen und Austauschmöglichkeiten bieten
  • Bibelgespräche
  • Katechese
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Einführungen zu christlichen Themen
  • öffentliche Gebete
  • Führungen
  • geistliche Begleitung

kontemplativ und missionarisch - geht das zusammen?

Obwohl die Zisterzienserorden nicht traditionell missionarisch ausgerichtet ist, war bei der Wiederbesiedlung des Klosters Helfta im Jahr 1999 klar, dass dieses Kloster in seiner entchristlichten Umgebung eine einladende Offenheit ausstrahlen muss, die Begegnungen mit Gott ermöglicht.

So hat das Kloster Helfta einen missionarischen Charakter, der sich unter anderem in Angeboten äußert, die an Menschen gerichtet sind, die nicht traditionell katholisch verwurzelt sind, die aber auf der Suche nach Antworten für ihr Leben sind. 

Im Kloster Helfta gibt es für Nicht-Christen die Möglichkeit ganz unbefangen in Kontakt mit Christen zu kommen, all ihre Fragen zu stellen und selbst der Wahrheit, dass Gott anwesend ist, nachzuspüren.

 

Verkündigung bedeutet tagtäglich die Schönheit der Liebe zu bezeugen,
die uns angeschaut und aufgerichtet hat.

Papst Franziskus in der Generalaudienz vom 11.01.23