Das Mönchtum

Ägyptische Wüste

Die eigentliche Heimat des Mönchtums waren die Wüsten Ägyptens und Syriens. Hier suchten die Eremiten unter Leitung erfahrener geislticher Lehrer Gott in persönlicher Begegnung, in Gebet und Schriftlesung. So scharten sich um Pachomius bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. Tausende Gottsucher. Er vollzog die entscheidende Wende zur gemeinschaftlichen Lebensform. Die ersten Klostergemeinschaften entstanden, die nach einer gemeinsamen Regel lebten.

Vater des abendländischen Mönchtums ist der heilige Benedikt von Nursia. Seine im 6. Jahrhundert verfasste Regel dominiert über mehrere Jahrhunderte das Mönchtum in der westlichen Kirche. Die starke Verbreitung verdankt die Benediktsregel unter anderem ihrer Anpassungsfähigkeit und der weisen Mahnung stets in allem Maß zu halten und somit weder zu streng noch zu nachlässig zu sein.

 

Statue des heiligen Benedikt

Die ersten Zisterzienser

Ein monastisches Erneuerungsstreben hatte über viele Entwicklungsetappen und verschiedene Ordensgründungen (darunter jene von Camaldoli, Vallombrosa, Grammont und der Chartreuse) im Verlauf des elften Jahrhunderts zu einer Verstärkung des eremitischen Elements in der Lebenskultur der Ordensleute geführt. Neben mehr Zurückgezogenheit und einer neuen Pflege des Stillschweigens erwarben sich die Wiedereinführung der Handarbeit und eine Schlichtheit im Lebensstil bald die breite Sympathie der adligen Bevölkerungsschicht.


Als Wurzelgrund und jahrzehntelanger Stabilitätsfaktor dieser neuartigen Lebenshaltung kann für die sich entwickelnden Zisterzienser vielleicht die Gemeinschaft um den späteren zweiten Abt Alberich von Cîteaux angesehen werden, welcher sich um die Mitte des 11. Jahrhunderts in einer kleinen Eremitage namens Collan niederließ,

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Der Heilige Bernhard von Clairvaux

Bernhard von Clairvaux

Bernhard erblickte im Jahre 1090/1091 in dem burgundischen Schloss Fontaines bei Dijon als drittes und begabtestes von sieben Kindern das Licht der Welt. Bernhard zieht es in das ärmste und gemiedenste Kloster seiner Heimat. Er tritt in Cîteaux ein und von seiner Beredsamkeit werden vier seiner Brüder und mehrere Verwandte und Freunde mitgerissen, dass in kurzer Folge vier Neugründungen vorgenommen werden konnte. In die dritte – Clairvaux – wird der erst fünfundzwanzigjährige Bernhard 1115 als Abt gesandt.

Bernhard stirbt in Clairvaux im Alter von 63 Jahren, nach 38-jähriger Amtszeit und kaum 20 Jahre später wird er heilig gesprochen. Er vermittelte in einem Schisma, trat gegen Irrlehrer auf und hinterließ hunderte von Briefen und Predigten.

Die ersten Zisterzienserinnen

Schon seit der Antike lässt sich beobachten, dass dem monastischen Leben der Männer rasch auch die verwandten Frauen folgten (siehe Basilius, Cassian, Benedikt). Daher sollte es nicht verwundern, dass zwischen der Entstehung des Zisterzienserordens und der Herausbildung seines weiblichen Zweigs – allen administrativen Spitzfindigkeiten zum Trotz – höchstens 15 Jahre liegen.


Das hängt schon damit zusammen, dass bei dem Masseneintritt der Gefährten Bernhards von Clairvaux im Jahre 1113 viele Ehemänner ihre Frauen irgendwo lassen mussten.

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